Der Schlossberg ist mit 473 Metern der höchste natürliche Punkt der Stadt — und der einzige, den man auf drei völlig verschiedene Arten erreicht. Die wichtigste Information vorweg: Für die Schlossbergbahn gilt Ihr normales Öffi-Ticket der Zone 101, für den Lift dagegen nicht.

Die drei Wege hinauf

Standseilbahn seit 1894

Schlossbergbahn

April–September
So–Do 9–24
Freitag und Samstag
9–02 Uhr
Oktober–März
So–Do 10–24
Taktung
alle 15 min
Zone-101-Ticket
gilt
Talstation
Kaiser-Franz-Josef-Kai 38

Quelle vom 18.05.2026 — Preise prüfen holding-graz.at

Aufzug im Fels

Schlossberglift

Täglich
8:00–00:30
Fahrzeit
ca. 30 sek
Höhe
77 m
Zone-101-Ticket
gilt nicht
Zugang
Schlossbergplatz
Barrierefrei
ja

Quelle vom 18.04.2026 — Preise prüfen holding-graz.at

Der dritte Weg ist der Felsensteig: „260 Stufen führen als Zick-Zack-Weg vom Schlossbergplatz den Felshang hinauf zum Uhrturm.“ Sie wurden im Ersten Weltkrieg von Kriegsgefangenen in den Fels gehauen. Eine Gehzeit nennt kein Betreiber — die im Netz kursierenden Höhenmeter beziehen sich auf einen 2,28 Kilometer langen Rundweg, nicht auf die Treppe. Alternativ führen Wege vom Karmeliterplatz und von der Wickenburggasse hinauf.

Preise: zwei Betreiberquellen, zwei Zahlen

Holding Graz und Graz Tourismus nennen für dieselben Tickets durchgängig um 10 bis 20 Cent abweichende Preise — Bahn Erwachsene € 3,20 gegen € 3,30, Lift € 2,50 gegen € 2,60, Kombiticket € 4,70 gegen € 4,90. Es gab zum 1. Mai 2026 eine Tarifänderung, aber auch der Betreiber-Stand von nach diesem Datum zeigt noch die niedrigeren Werte.

Wir geben deshalb beide Größenordnungen an und keine als gesichert aus. Rechnen Sie mit rund 3,20 bis 3,30 € für die Bergfahrt — der Automat wird es genau wissen.

Wann sich welcher Weg lohnt

Aufstiege im Vergleich · Stand 29.08.2026
Weg Kosten Dauer Barrierefrei
Felsensteig, 260 Stufen gratis keine Angabe nein
Schlossbergbahn Zone-101-Ticket oder ca. € 3,20 1–2 Minuten ja
Schlossberglift eigenes Ticket, ca. € 2,50 ca. 30 Sekunden ja
Kombiticket Bahn + Lift ca. € 4,70 ja
Mit Graz Card beide gratis ja

Der praktisch wichtigste Punkt: Wer ohnehin eine Stundenkarte, Wochenkarte oder ein KlimaTicket für Graz hat, fährt mit der Schlossbergbahn ohne Aufpreis — der Betreiber schreibt ausdrücklich, dass „alle gültigen Fahrscheine für die Zone 101 der Graz Linien (von der Stundenkarte bis zum KlimaTicket, auch KlimaTicket Österreich)“ gelten. Für den Lift gilt das nicht; dort listet der Betreiber ausschließlich eigene Tarife.

Was oben ist

Uhrturm

Das Wahrzeichen von außen anzusehen kostet nichts: „die Außenansicht des Grazer Uhrturms sowie der Aufenthalt auf dem Grazer Schlossberg sind jederzeit kostenlos möglich“. Hinein kommt man aber nur selten — „in den steirischen Sommerferien … jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwischen 12.00 und 18.00 Uhr“, Eintritt 2,00 €. Außerhalb dieser Zeiten nur im Rahmen von Führungen.

Eine Eigenheit, die viele übersehen: „Der kleine Zeiger der Uhrturmuhr weist also die Minuten, der große die Stunden.“ Das Uhrwerk von 1712 läuft noch.

Glockenturm und die „Liesl“

Der Glockenturm von 1588 kann „jederzeit kostenlos von außen besichtigt werden“; innen nur bei Führungen. Interessanter ist ohnehin die Glocke: Die „Liesl“ wiegt 4.633 Kilogramm bei 197 Zentimetern Durchmesser und ist damit „die drittgrößte Glocke der Steiermark“. Sie läutet um 07:00, 12:00 und 19:00 Uhr mit genau 101 Schlägen — wer das hören will, plant danach.

Der Stollen — kostenlos und im Sommer angenehm kühl

Ab 1943 wurden wegen der Fliegerangriffe Stollen in den Berg getrieben; 1945 waren es „6,3 Kilometer mit 20 Eingängen in den Berg geschlagen, in denen offiziell 40.000 … Menschen Schutz fanden“.

Der Geheimtipp bei Hitze

„Der öffentliche Durchgang durch den Schlossbergstollen ist kostenlos“ und verbindet den Schlossbergplatz mit dem Karmeliterplatz. Im Inneren herrschen „angenehm kühle Temperaturen von etwa 8 bis 12 °C“. An einem heißen Grazer Sommertag ist das die günstigste Abkühlung der Stadt. Konkrete Öffnungszeiten für den Durchgang nennt der Betreiber allerdings nicht.

Schlossbergrutsche

„Auf 175 Metern Bahnlänge geht’s mit ca. 25 km/h rasant bergab“, die Fahrt dauert „rund 40 Sekunden“. Geöffnet täglich 10 bis 21 Uhr, „an 365 Tagen im Jahr“. Das Ticket kostet 6,50 €, das Kombiticket mit dem 4D-Kino „The Flight“ 10,90 € statt 13,00 €.

Mindestgröße 1,30 Meter — ein Mindestalter nennt der Betreiber nicht, nur die Größe. Eine Person pro Rutschmatte, kein „Duo-Pack“. Für den gesamten Ablauf inklusive Anstellen „sollten Sie insgesamt etwa 30 bis 60 Minuten einplanen“. An der Rutschenkassa wird nur mit Karte gezahlt; bar geht es an der Liftkassa beim Stolleneingang.

Essen am Berg

Das Schlossberg Restaurant bei der Bergstation hat Montag und Dienstag Ruhetag, Mittwoch und Donnerstag ab 17 Uhr, Freitag und Samstag ab 11 Uhr bis 24 Uhr, Sonntag nur 11:30 bis 15 Uhr. Das aiola upstairs beim Uhrturm serviert „täglich Frühstück von 9 bis 11.30 Uhr“, ab 12 Uhr à la carte — eine Schließzeit nennt der Betrieb nicht. Zum Starcke Winzerhaus gibt es keine veröffentlichten Zeiten.

Praktisches

Bahn und Lift sind beide barrierefrei; der Lift „eignet sich besonders für Besucherinnen und Besucher mit Rollstuhl, Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität“. E-Scooter sind in beiden nicht gestattet. Hunde dürfen mit — größere brauchen ein eigenes Ticket (1,60 € Stundenkarte), es gilt Leinen- und Maulkorbpflicht, und die sonst übliche Befreiung bestimmter Rassen vom Maulkorbzwang gilt hier ausdrücklich nicht. Assistenzhunde sind ohne Bissschutz zugelassen.

Sperren einplanen

Der Lift hat 2026 vier Wartungstermine mit Sperre von 7:30 bis 12:30 Uhr: 10. März, 9. Juni, 15. September und 17. November. Die Bahn hat jedes Jahr Ende Jänner oder Anfang Februar eine mehrwöchige Revision — die Termine für 2027 stehen noch nicht fest. Und bei Gewitter wird der Bahnbetrieb eingestellt.

Was wir nicht schreiben

Zur Gehzeit über die 260 Stufen gibt es keine Betreiberangabe, ebenso wenig zu den Höhenmetern der Treppe. Die kursierenden 119 Höhenmeter gehören zu einem Rundweg über den ganzen Berg, nicht zum Aufstieg. Auch die genauen Daten der steirischen Sommerferien nennt der Betreiber nicht — davon hängen aber die Uhrturm-Öffnungszeiten ab.

Die Betreiber sind sich bei einigen Details selbst uneinig: Fahrzeit der Bahn (eineinhalb oder knapp zwei Minuten), Fahrzeit des Lifts (30 Sekunden oder knapp eine Minute), Steigung (60 oder 61 Prozent), Höhe des Uhrturms (28 oder 29 Meter), Länge der Rutsche (170 oder 175 Meter). Wir nennen jeweils die Angabe des unmittelbaren Betreibers.

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